Siebter Weltkongress zum Thema Deinstitutionalisierung von Pflege, Sterben und Trauer kommt nach Brügge

Vom 20. bis 23. September 2022 findet der PHPCI-Kongress (Public Health Palliative Care International) in Brügge statt. Vier Tage lang wird der Dialog zwischen Wissenschaft und Bürgern über die Deinstitutionalisierung der Palliativpflege und des Lebensendes im Mittelpunkt stehen.

Tod, Leid und Trauer sind in unserer Gesellschaft häufig ein Tabu. Bei diesem Kongress wird nach einer Lösung für diese Realität gesucht: Wie können mitfühlende Gemeinschaften wie Compassionate Brugge dazu beitragen, dieses Tabu zu brechen und schwere Krankheit, familiäre Pflege, Sterben und Trauer auf die Tagesordnung der politischen Entscheidungsträger zu setzen. Das nagelneue Bruges Meeting & Convention Centre (BMCC) wird die Operationsbasis für diesen Kongress sein. Gleichzeitig dient das historische Stadtzentrum als Kulisse für verschiedene Aktivitäten zu diesen Themen.

„Die Herausforderungen im Zusammenhang mit schwerer Krankheit, familiärer Betreuung, Sterben und Trauer gehen über das hinaus, was die bekannte, professionelle Gesundheitsversorgung manchmal bieten kann. Deshalb haben wir in Brügge begonnen, mit dem 2020 gegründeten Compassionate City-Netzwerk engagierter Bürgerinnen und Bürger und der Forschungsgruppe „Zorg rond het Levenseinde“ (VUB/UGent) an diesen Themen zu arbeiten“, erklärt Pieter Marechal, Beigeordneter für Gemeinwohl

„Lokale Behörden, Gesundheits- und Wohlfahrtsorganisationen, Arbeitsplätze, Schulen, Glaubensgemeinschaften und Nachbarschaften haben sich in den letzten Monaten zusammengeschlossen, um diese Themen an verschiedenen Orten, in verschiedenen Organisationen und zu verschiedenen Zeiten verhandelbar zu machen. Hochwertige Pflege, auch in der letzten Lebensphase, steht immer im Mittelpunkt der Maßnahmen, die wir mit Compassionate Brugge entwickeln. Das Fachwissen, das dieser Kongress in unsere Stadt bringt, wird dies nur verstärken. Wir freuen uns darauf, die erste Compassionate-Stadt in Belgien zu sein, die diesen Kongress ausrichtet“, fügt Pablo Annys, Beigeordneter für soziale Angelegenheiten, hinzu.

Früher haben wir uns früher mehr umeinander gekümmert

Die Compassionate-Communities-Bewegung hat also eindeutig in Belgien Fuß gefasst. Diese internationale Bewegung hat weltweit, auch in Australien, Kanada und dem Vereinigten Königreich, erfolgreich bewiesen, dass es möglich ist, Menschen im Zusammenhang mit schwerer Krankheit, Verlust und Trauer zusammenzubringen. Wir alle leben immer länger, und immer mehr Menschen erleben am Ende ihres Lebens eine lange Phase der Verschlechterung der Pflege. Und dabei wird es nicht bleiben: Es wird erwartet, dass die Zahl der Menschen, die sich in einer solchen Situation befinden, zunehmen wird, sodass auch der Bedarf an Unterstützung steigen wird. Und damit auch der Druck auf die reguläre Gesundheitsversorgung. Professor Joachim Cohen von der Forschungsgruppe „Zorg rond het Levenseinde“: „Die Schaffung von Compassionate Communities ist eine hervorragende Chance für unsere Gesellschaft, sich stärker zu vereinen und unsere Pflege zu deinstitutionalisieren. Wenn man weiß, dass ein Sterbender am Ende seines Lebens nur 5 % seiner Zeit in Anwesenheit einer professionellen Pflegekraft verbringt und die anderen 95 % allein oder mit der Familie, Freunden, Nachbarn, Kollegen, ... dann macht es sehr viel Sinn, diesen Menschen durch Compassionate Communities die Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie brauchen, um diese Aufgabe auf sinnvolle und qualitative Weise zu übernehmen, anstatt sich nur auf das medizinische Fachpersonal zu konzentrieren.“

Compassionate Community: ein bewährtes Modell für die Deinstitutionalisierung der Pflege

Professor Luc Deliens von der Forschungsgruppe „Zorg rond het Levenseinde“: „Compassionate Communities, die sich auf die Deinstitutionalisierung von Pflege, Sterben und Trauer konzentrieren, bieten eine Antwort auf die dringende Notwendigkeit, Bürger, Unternehmen, Verbände, Gemeinden und ihr soziales Umfeld wieder stärker in die Unterstützung von Verlust, Trauer und Sterbebegleitung einzubeziehen. Wir sind daher sehr froh und stolz, dass wir den siebten PHPCI-Weltkongress nach Brügge holen konnten. Dieser Kongress ist eine einmalige Gelegenheit für Compassionate Brugge und andere Compassionate Communities wie die Gemeinde Herzele, in den Dialog mit dieser internationalen Bewegung in zu treten.“

„Wir sind sehr stolz darauf, dass die PHCPI ihren siebten Kongress in Brügge ausrichtet, und das gerade im Jahr 2022, wenn das neue Bruges Meeting & Convention Centre seine Tore öffnet. Das neue Gebäude befindet sich im Herzen des historischen Brügge. Wenn Sie das BMCC verlassen, entdecken Sie sofort, was diese bewundernswerte UNESCO-Welterbestadt Ihnen zu bieten hat“, sagte der Beigeordnete für Tourismus und Vorsitzende des BMCC Philip Pierins.

Praktisches

Der Kongress findet von Dienstag, 20. bis Freitag, 23. September 2022 im BMCC in Brügge statt.

Alle Informationen auf www.phpci2022.com

Abbildungen

Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie auf 'OK' klicken oder weiter auf dieser Website browsen, stimmen Sie zu, mit diesen Cookies einverstanden zu sein. Um mehr über die Verwendung von Cookies zu erfahren, klicken Sie auf weitere Informationen. OK Mehr info